Chronologische Geschichte
Vorgeschichte
Sucht man in alten Fundberichten des Landesamtes für Bodendenkmalpflege, den sogenannten “Bonner Jahrbüchern”, so findet man in den Bändern 162 und 185, das die Heimatforscher Josef Köller und Walter Strunk bereits in den Jahren 1960 und 1983 neolithische Funde rund um Gey gmeacht haben. Die gefundenen Artefakte sind somit aus der Jungsteinzeit zwischen 5500 und 2200 v. Chr.



röm. Kaiserzeit
Siedlungsfunde aus der Römerzeit bei Grabungen im Jahre 2009 in der Nähe der Thea-Paulus-Straße:
Mittelalter
Erstmals aufgetaucht ist der Name bereits 1387 in einem Schöffenprotokoll, in dem ein Dürener Schöffe namens Johann von der Geyen erwähnt wird.
Ab 1476 wird der Ort in schriftlichen Dokumenten „in den Geyen“ benannt.
881: Zerstörung/Brandschautzung durch die Wikingereinfälle.
Blei, Eisen und Schiefer
Ort war lange Sitz von des Bergmeisters “von den Bleibergen” und für den Schieferabbau.1Geschichtsblatt von Helmut Rösseler
Schieffer
Erbmarschall des Herzogtums Jülich Nyt van Birgel verbriefte mitte des 15. Jh den Geyer Berggesellen “Bergfreiheit”. Für Grube “Elise” kambrische Tonschieferschichten des “Schiefersieffen”.
Neuzeit
Wehrmeisterei
Frohnhof Hühd
, Endepohl, von Spee
Rittergeschlecht Hocherbach
12. Jh: Gedart von Hocherbach
1476: Beim Bau einer ersten Kapelle in Gey hatte Hocherbach den Damm eines möglicherweise bereits verlandeten Weihers am Dorfbrunnen hergegeben
Ist damit auch eie erstamalige Erwähung von „in den Geyen“ in schriftlichen Dokumentengemeint??
Amt Nörvenich
Gericht Lendersdorf
Adalberstift Aachen
1485: zu Hocherbach gehörten:
– Rittergut Gronau in Straß
– Endepohl in Gey
13.05.1520: Regest: Johann von Kleve überträgt auf Widerruf dem Gerhart von Quernheim die Zyse in der Geyen. uff denn neisten maindach na dem sondage Exaudi. (Altsignatur: Findbuch 102.04.1 (Jülich-Berg, Urkunden, Nachträge), Nr. 1277)
1543: ggf. wird Gey im Dritter Geldrischer Erbfolgekrieg gebrandschatzt
Der 1545 gestorbene Frambach von Birgel war mit einer Metze in der Geyen verheiratet
1549: zu Hocherbach gehörten zusätzlich:
– Eine Getreidemühle
– Die Hausmannssiedlung “Kleinhocherbach” (Leonard-Zimmermann-Straße)
– Getreidemühle in Gey
Hocherbach unterstand zu diesem Zeitpunkt dem Lehen- und Manngericht Birgel.
Der lehenspflichtige Ritter hatte dem Glockenschlag zu folgen und sich dann in Birgel mit Pferd und Harnisch (Ritterrüstung) zu Landesverteidigung einzufinden.
Auch 1549: Hocherbach wurde unter Godard von Wys, genannt Hocherbach, durch den Landesherren, dem Grafen von Jülich, von dieser Lehenspflicht entbunden.
Lendersdorfer Weistum 1549: Fronhof Hocherbach (Latgericht) sei bereits aufgelöst und ist auf das Hochgericht Lendersdorf über gegangen.
Bereits um 1450 wohnte je ein Hochgerichtsschöffe in Gey (Schöfferhof) und Straß
In der Litertatur wird oft ein Dürener Schöffe namens “Johann von der Geyen” als erster Vertreter des Names “Gey” im Jahre 1376 genannt. Ich mag dies jedoch zu beweifeln, da bei meinen Recherchen die Namen “von/van (der) Geyen” eher auf den Ort Geyen im Gemeindegebiet der Stadt Pulheim zurückzuführen ist. Bei meiner Recherche konnte ich im Übrigen ein solches Pachtprotokoll finden, welches jedoch auf den 26. November 1396 datiert ist, also 20 Jahre später. (Link) Dennoch solte berücksichtigt werden, dass es in Gey einen Schöffensitz im Bereich des heutigen Scheffensweges gegeben haben soll. (ggf. daher auch der Name des Scheffensweges/Quelle?). Anzumerken sei auch, dass seit Mindestens 1485 das Rittergeschlecht Hocherbach mit dem Gut Endepohl “Ritter” über Gey war.
Interessanter ist hingegen die Tatsache, dass in genealogischen Datenbanken ein am 12.06.1545 verstorbener N. (Nyt ?) Frambach von Birgel (es ist wahrscheinlich nur der Nachname) mit einer “Metze in der Geyen” verheiratet war, zumal der Ort im Jahr 1476 in schriftlichen Dokumenten ebenfalls “in den Geyen” genannt wird (Quelle?).
Erbschaft und Heirat:
- von Hersel
- von Wachendorf
- Spede
- um 1600 von Spee
1642: Zerstörung im dreißig jährigem Krieg
1643: Kläger: Dederich von Muntenbroich gen. Hall zu Geyen (Kr. Köln) im Amt Bergheim (AA 0627 / Reichskammergericht AA 0627, Nr. 2902 – Nachtrag 67a)
1650 Oktober – 1650 Dezember: Darin: Landtag zu Düsseldorf – Adelsqualität des von Wachendorf zu Geyen – Beschwerde der Gemeinde Kirchherten – Zeugnis des Gerichts Zülpich für Arnold Kampen und für Hubert Heimbach – Erben des Burgengewalts – Obristwachtmeister Rovelli gegen Witwe von Efferen zu Zieverich – Wilhelm von Willich zu Großen Bernsau gegen Bertram von Nesselrode zu Ehreshoven – Lothringische Kontribution (AA 0031 / Jülich-Berg II AA 0031, Nr. 5337)
1687 erbt Johann von Spee den Rittersitz
sein Bruder Reinhard den Rittersitz Endepohl in Gey
1714: (2411) Maria Kuppers gegen Junker von Spee in der Geyen wegen Gewalttat und Drohung (AA 0038 / Jülich, Hauptgericht 0038, Nr. 2411)
Später: Freiherr Jodukus von Hall
Im 19. Jh ging er in Bürgerlichen Besitz über
Burggraben wurde 1870 zugeschüttet
Arrondissement d’Aix-la-Chapelle: 1798 bis 1814
Konton Düren: 1798 bis 1814
– Marie de Straß
Ab 1815: Regierungsbezirk Aachen
Quellenangaben:
- 1Geschichtsblatt von Helmut Rösseler ↩︎


